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Ev. luth. Kirchengemeinde Langenholtensen
Kreis Northeim - Südniedersachsen



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Was schenkst du Jesus?
Predigt von Luitgardis Parasie über „Die drei Gaben“ an Heiligabend 2017 in Langenholtensen und Wiebrechtshausen

Liebe Gemeinde,
früher, in meinem Elternhaus, kam ich vor Weihnachten immer fürchterlich in Stress: In wahrscheinlich wohlmeinender Absicht, vermutlich um mein mageres Taschengeldbudget zu schonen, wünschten sich Mutter und Vater, Tanten, Onkel und Oma immer selbst Gehandarbeitetes. Und so saß ich bis kurz vor Heiligabend und strickte Schals oder häkelte Topflappen, die immer schief wurden. Heute machen es sich viele einfacher, ein paar Klicks bei Amazon, und schon ist die Sache mit den Geschenken geregelt. Und die Postbotin schleppt sich ab mit den ganzen Internetbestellungen und sagt, es werden jedes Jahr mehr. Kinder, Enkel, Freunde, Großeltern, alle sollen bedacht werden. – Haben wir nicht jemand vergessen? Da wars doch noch was? Ja, was schenkst du eigentlich Jesus? Er ist doch schließlich die Hauptperson, seinen Geburtstag feiern wir heute. Welches Geschenk hast du für Jesus?

Eine Geschichte von Werner Reiser handelt von sehr ungewöhnlichen Gaben an das Jesuskind. Zuerst kommen ganz klassisch die drei Weisen aus dem Morgenland. Sie schenken dem Kind Gold, Weihrauch und Myrrhe. Doch dann nähern sich drei höchst suspekte Gestalten der Krippe: Ein Bettler, eine in Trauer und Verzweiflung und einer in Ketten. Die Hirten wollen sie schon fortjagen, doch Joseph hindert sie daran: Zu diesem Kind hat jeder Zutritt, sagt er. So treten die drei an die Krippe. Joseph und Maria haben Mitleid, sie wollen diesen abgerissenen Gestalten das Gold, den Weihrauch und die Myrrhe schenken. Doch die drei lehnen ab. Sie knien nieder und beten zu dem Jesuskind, und dabei legen sie die Lumpen, das Trauergewand und die Ketten in die Krippe. Und diese schäbigen Gaben lassen sich auch nicht mehr daraus entfernen, sind wie mit dem Jesuskind verschweißt, wie festgewachsen. Die drei erheben sich als Befreite. Das Kind in der Krippe hat ihnen ihre Last abgenommen.

Was schenkst du Jesus, dem heutigen Geburtstagskind? Ist für Jesus nicht das Beste gerade gut genug? Und so versuchst du, Harmonie unterm Weihnachtsbaum zu stiften und Streit und Sorgen fernzuhalten. Eine heile Fassade, auch wenn sie Risse hat. Der ätzendeste Wunsch, den meine Eltern vor Weihnachten äußerten, war: Wir wünschen uns brave Kinder. Die Töchter meiner Freundin reagierten mal ganz schlagfertig und erwiderten: Wo sollen wir die denn herbekommen? Manchmal jedoch, liebe Gemeinde, kommt mir der Verdacht, dass viele Erwachsene genau das von Gott denken: Als wünsche Gott sich, dass wir „brave Kinder“ sind. Wohlanständig und krampfhaft bemüht nichts falsch zu machen.

Wen lässt du eigentlich mal hinter die Fassade schauen? Wem erzählst du, dass die Liebe in deiner Ehe längst erloschen ist und du nur noch wegen der Kinder da bleibst? Wie mühsam es ist mit den alten Eltern und wie sie dir manchmal auf die Nerven gehen. Dass du mit deiner Schwester schon seit Jahren kein Wort mehr redest, weil sie sich beim Erbe so mies verhalten hat.

Jesus wünscht sich, dass du ihn hinter die Fassade schauen lässt. Er sehnt sich danach, dass du ihm vertraust. Jesus freut sich am meisten, wenn du ihm das bringst, was kaputt ist und schief läuft. Wenn du ihm ehrlich sagst: Jesus, meine Arbeitssituation macht mir Sorgen, ich weiß nicht, wie das nächstes Jahr weiter gehen soll. Jesus, unsere Ehe funktioniert nicht mehr, da hat sich so viel aufgehäuft, in mir ist alles tot. Jesus, mir macht das Alkoholproblem meines Partners zu schaffen, ich weiß nicht mehr weiter. Jesus, ich habe Angst um mein Kind und dass es einen falschen Weg einschlägt, dass es die falschen Freunde hat.

Die drei finsteren Gestalten an der Krippe haben Jesus all das Schwere ihres Lebens gegeben, und dabei erleben sie: Sie werden es los. Jesus nimmt es ihnen ab. Ja, es gehört so sehr zu Jesus, dass es sich nicht mehr losreißen lässt. Jesus wird es später mit ans Kreuz nehmen. Die Last bleibt in der Krippe, die Fesseln, und das Trauergewand. Die drei sind befreit.

Der Film lief Ende 2012 in den Kinos. Hammerfest, Norwegen, im Winter: Die Krankenschwester Maria hatte einen anstrengenden Arbeitstag im Krankenhaus. Auf der Rückfahrt spürt sie einen heftigen Stoß am Auto. Es ist finsterste Polarnacht, sie kann nichts erkennen und fährt weiter. Zwei Tage später stellt sich heraus, dass sie ein 16jähriges Mädchen überfahren hat. Maria und ihr Mann Niels sind entsetzt. „Das bin ich nicht“, sagt Maria immer wieder, „das bin ich nicht, ich habe doch keinen Menschen auf dem Gewissen.“ Sie beschließen, das Geschehene zu verheimlichen. Zeugen gab es ja nicht. Niemand kommt auf Maria als Unfallverursacherin. Aber sie kommt damit überhaupt nicht klar. Ihr Leben ist aus den Fugen, ihr Gewissen belastet sie schwer. Irgendwann gehen Maria und Niels zu den Eltern des toten Mädchens und beichten ihnen alles. Diese sind fassungslos. Die Frage, was nun geschehen soll, bleibt unbeantwortet im Raume stehen.

Gibt es Vergebung für Maria und Niels? Einige Monate später sehen sich alle wieder auf einem Dorffest. Sie begrüßen sich, und dann essen sie miteinander. Es ist Mittsommernacht, wenn das Licht am hellsten ist. Hell wird es auch in den Seelen der Beteiligten. Die Schuld trennt sie nicht mehr. Sie zerstört ihre Seele nicht mehr. Ein neuer Anfang ist gemacht. Im Hintergrund singt ein Kirchenchor Choräle.
„Gnade“ heißt der Film, der diese Geschichte erzählt. Ja, es gibt Gnade für Maria und Niels – und für jeden, der bereut.

Wenn du Jesus deine Last gibst, deine Schuld, dein Unglück, dann können verfahrene Dinge sich zum Guten wenden. Was schenkst du Jesus zum Geburtstag? Am meisten freut er sich über dein Vertrauen. Gib ihm deine Last, und du wirst frei. Amen

 


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In der Kirchengemeinde Langenholtensen investiert Europa in die ländlichen Gebiete

In der Kirchengemeinde Langenholtensen investiert Europa in die ländlichen Gebiete mit der Maßnahme:
"Dorfentwicklung"
Mit dieser Maßnahme wird die nachhaltige Entwicklung von Dörfern im ländlichen Raum unterstützt.