Kinderbibelwoche 2019

Joseph, ein echt cooler Träumer

VON ROLAND SCHRADER
Langenholtensen – Die Langenholtenser Kirche und das Areal drumherum haben sich seit gestern in eine große Bühne verwandelt. Grund ist die Kinderbibelwoche, die seit 2001 regelmäßig in den Sommerferien veranstaltet wird. Dieses Mal dreht sich alles um „Joseph, ein echt cooler Träumer“.

35 Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren waren beim Start am Mittwoch dabei. Die Aktion endet am Sonntag mit einem Familiengottesdienst, der um 10.30 Uhr in der Kirche beginnt und von den Teilnehmern gestaltet wird. So wie gestern beginnt der Aktionstag auch am heutigen Donnerstag und am Freitag um 10 Uhr mit einer kleinen Andacht in der Kirche, bei der eine Geschichte über Joseph vorgetragen wird. Anschließend wird die Geschichte in Kleingruppen beim Basteln und weiteren Aktionen vertieft.

„Die erste Bibelwoche hatte ich zusammen mit meiner jüngsten Tochter Nora und dem Ehepaar Wolff 2001 ins Leben gerufen, kurz nachdem ich die Gemeinde übernommen hatte“, erinnert sich Pastorin Luitgardis Parasie. Mittlerweile sind es ein Dutzend Teamer, die bei der Aktion mithelfen. Von Anfang an wurden Spielszenen eingeübt, um die Geschichte anschaulicher zu machen. War es anfangs den Teamern vorbehalten, üben jetzt Jugendliche die Szenen ein, sagte „Regisseur“ Marco Wolff.

Manchmal wird auch zu drastischen Mitteln gegriffen, um es anschaulicher zu machen. So wird Joseph alias Maximilian Holland, in der Szene, in der er von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft wird, symbolisch in eine Papiertonne gesteckt. Damit sich Joseph besser verteidigen kann, gibt es auch einen Karatekurs mit dem Karatelandestrainer Mark Haubold und seinen Söhnen Janne und Mika. „Ich bin in Langenholtensen aufgewachsen und für mich ist es eine Ehre, mitmachen zu dürfen“, sagt der Northeimer. Höchste Leitlinie im Karate sei, dass es nur zur Verteidigung und keine Angriffssportart sei. Als weitere Aktion übten die Kinder mit Lehrer Deni Velinovski einen Kampftanz ein, der wie Karate auch am Sonntag vorgeführt wird.

Die Kinder konnten sich von Christine Kuhr wie ein Pharao oder eine Prinzessin schminken lassen. Wer hungrig war, konnte sich im Verpflegungszelt stärken. Hobbyköchin Christina Wolff hatte zum Thema passend arabischen Grieskuchen, ägyptische Linsensuppe und eine Hirtensuppe vorbereitet. Dazu gab es getrocknete Datteln und Fladenbrot. Kinder, die noch mitmachen wollen, sind heute und morgen ab 10 Uhr willkommen. Der Tag endet jeweils um 12 Uhr mit einer Andacht, bei der die Theatergruppe ihre einstudierten Szenen vorführt.

NNN vom 08.08.2019

Karibu marafiki – willkommen Freunde

Gemeindefest mit tansanischen Lehrern

Fußbälle selber bauen – mit Altpapier, Plastiktüten und Stoffstreifen aus alten T-Shirts. Das probierten die Konfirmanden mit den sieben Lehrern aus Tansania aus, die vom 3.-10. Juni in Langenholtensen und Northeim waren. In Tansania sind viele Kinder nämlich so arm, dass Fußbälle aus Leder für sie unerschwinglich sind. Man braucht enorm viel Kraft und Fingerfertigkeit um sie selber herzustellen, stellten die Konfis fest. Aber mit Hilfe der Tansanier klappte es und die Fußbälle wurden auch gleich ausprobiert.

Die Lehrer hospitierten an der Oberschule, dem Gymnasium Corvinianum und der Grundschule im Kirchtal in Langenholtensen. Rektor Thomas Bader und einige seiner Kolleginnen trafen dabei einen alten Bekannten wieder: Onesmo Changa war bereits beim ersten Lehrerbesuch aus Tansania im Jahr 2011 dabei gewesen.

Beim Gottesdienst am Pfingstsonntag rockten die Tansanier die Kirche. Mit ihren Liedern und Tänzen steckten sie die Besucher mit pfingstlicher Begeisterung an. Und beim anschließenden Gemeindefest konnte man unter Anleitung der Tansanier üben, wie man Wasser auf dem Kopf trägt und dabei tanzt.

Initiiert und organisiert wurde der Besuch der Tansanier von Nora Parasie, die Lehrerin in Hamburg ist. Ziel ist die interkulturelle Begegnung sowie gegenseitiges Lernen und Lehren. Nach ihrem ersten Besuch 2011 gründeten die Lehrer in Tansania die Gruppe GerTanPP (German Tansanian Partnership). Sie treffen sich regelmäßig um Anregungen auszutauschen und ihre pädagogischen Methoden weiterzuentwickeln. Regelmäßig führen die Lehrer z. B. unentgeltlich Feriencamps für ihre Schüler durch, damit sie die Abschlussprüfungen schaffen.

20.06.2019

Wiebrechtshausen wird Pilgerherberge

Pilgern auf der Via Scandinavica

„Wussten Sie denn nicht, dass Wiebrechtshausen und Langenholtensen direkt an der Via Scandinavica liegen?“ fragt mich der nette Pilger, der Ende Mai sein Zelt auf der Wiese vor dem Langenholtenser Gemeindehaus aufschlug. Der 42jährige Bremer Luftfahrzeugtechniker Mike Meske war bis hierhin bereits 267 km in 16 Tagen gelaufen. Die Via Scandinavica ist Teil des Jakobswegs und führt von Fehmarn bis Eisenach.

Zahlreiche Pilger machen jährlich an der Klosterkirche Wiebrechtshausen Station, einige davon bitten auch um eine Übernachtung. Momentan sei es oft schwierig, Pilger aufzunehmen, da durch Umbauten weniger Räume zur Verfügung stünden, bedauern die Wiebrechtshäuser Hofbetreiber Axel und Antje Altenweger.

Schäferwagen als Pilgerherberge

Darum hat der Kirchenvorstand beschlossen, einen Schäferwagen als Pilgerherberge für Wiebrechtshausen anzuschaffen. Denn die romanische Klosterkirche mit ihrer spirituellen Atmosphäre und der wunderschöne Klosterhof sind ideale Einkehrorte, um zu Gott zu finden und den eigenen Lebensweg in seiner Gegenwart neu zu bedenken.

Auf der Via Scandinavica unterwegs: Pilger Mike Meske berichtet Pastorin Parasie im Langenholtenser Gemeindehaus von seiner Reise.

05.07.2019

Kontakt

Axel u. Antje Altenweger
37154 Wiebrechtshausen
Tel.: 05551 - 995549